Kinder reden mit: Der neue Kinderrat der Primaria
Von Mark Riklin
ST.GALLEN – Ein neues Trampolin, selbst gemachte Konfitüre, ein spezielles Stocken-Bistro mit ehemaligen Lernpartnern oder «Minecraft Education»: Die ersten Ideen des neuen Kinderrats der Primaria sind vielfältig. Seit Beginn des Schuljahres treffen sich jeden Mittwoch um 11.30 Uhr zwölf Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren, um Anliegen zu sammeln, Ideen weiterzuentwickeln und gemeinsam Entscheidungen vorzubereiten. Begleitet wird der Kinderrat von Rebekka Eigenmann.
Von der Idee zum Antrag
Bereits an der ersten Sitzung kamen konkrete Wünsche auf den Tisch. Nun geht es darum, aus Ideen umsetzbare Vorhaben zu machen: Am Freitag werden die anderen Kinder im Plenum einbezogen, anschliessend formuliert der Kinderrat Anträge, bereitet eine Präsentation für die Lernhausleitung vor und klärt mögliche Finanzierungen.
Dabei geht es um weit mehr als um ein Trampolin oder ein neues Videospiel. Die Kinder erleben unmittelbar, wie Mitwirkung funktioniert: Anliegen formulieren, andere überzeugen, gemeinsam Lösungen suchen und Verantwortung übernehmen.
Demokratie zum Ausprobieren
«Die Primaria versteht sich als ein Ort, an dem wesentliche Kompetenzen erworben und entwickelt werden, um Mitwirkung zu erproben und zu leben: Dialogfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit, Empathie, Werte reflektieren usw.», sagt Co-Lernhausleiterin Judith Kühne.
Partizipation versteht die Primaria dabei als einen Prozess, der Zeit und Raum braucht und auf Freiwilligkeit beruht. Der neue Kinderrat schafft dafür einen konkreten Ort: Hier können Kinder ihre Stimme einbringen, Verantwortung übernehmen und erfahren, dass ihre Ideen etwas bewegen können.
Mitreden, mitgestalten, mittragen
Im Rahmen des neuen Jahresthemas «Zämäspiel – Deine Stimme zählt!» sollen Primaria-Kinder in verschiedenen Bereichen vermehrt mitreden, mitgestalten und mittragen dürfen. «Partizipation» betrifft uns alle, verbindet uns miteinander und mit der Welt. Im Lernjahr 26/27 wollen wir sie in all ihren Facetten (er-)leben.
In einer Gesellschaft tragen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung alle aktiv zum Zusammenleben bei, indem sie im Dialog Entscheidungen treffen und über Normen und Regeln diskutieren. Auch Kinder sind Teil dieser Gesellschaft. Ihre Beteiligung bedeutet deshalb, ihnen Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen, ihre Stimmen ernst zu nehmen und sie als aktive Mitgestalter anzuerkennen.